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Vermögensaufbau

Zinseszins

Zinseszins entsteht, wenn Erträge im Vermögen bleiben und selbst wieder Erträge bringen. Das Kapital wächst dadurch nicht gleichmäßig, sondern exponentiell. Bei 300 Euro Sparrate und 6 Prozent Rendite werden aus 90.000 Euro Einzahlungen in 25 Jahren rund 208.000 Euro.

Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?

Im ersten Jahr verzinst sich nur dein eingezahltes Geld. Ab dem zweiten Jahr verzinsen sich auch die Erträge des Vorjahres, ab dem dritten wieder deren Erträge. Die Kurve wird mit jedem Jahr steiler, ohne dass du mehr tust.

Die Formel lautet Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz)^Jahre. Aus 10.000 Euro werden bei 6 Prozent nach 10 Jahren 17.908 Euro, nach 20 Jahren 32.071 Euro und nach 30 Jahren 57.435 Euro. Die dritte Dekade bringt mehr als die ersten beiden zusammen.

Als Faustformel dient die 72er-Regel: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt die Zeit bis zur Verdopplung. Bei 6 Prozent sind das rund 12 Jahre.

Was bringt der Zinseszins beim Sparplan?

Ein Beispiel mit 300 Euro monatlich über 25 Jahre bei 6 Prozent Rendite: Eingezahlt hast du 90.000 Euro, am Ende stehen rund 208.000 Euro. Mehr als die Hälfte des Vermögens stammt also nicht aus deinen Einzahlungen, sondern aus dem Ertrag auf den Ertrag.

Entscheidend ist dabei nicht die Höhe der Rate, sondern die Zeit. Wer dieselben 300 Euro erst zehn Jahre später beginnt, kommt nach 15 Jahren nur auf rund 87.000 Euro. Zehn verlorene Jahre kosten in diesem Beispiel mehr als das gesamte eingezahlte Kapital.

Wie wirkt der Zinseszins bei Immobilien?

Auf zwei Wegen, die beide nichts mit einem Zinskonto zu tun haben. Erstens bei der Tilgung: Jeder getilgte Euro spart Zinsen, wodurch beim nächsten Mal mehr getilgt wird. Deshalb beschleunigt sich die Rückzahlung eines Annuitätendarlehens über die Jahre.

Zweitens beim Wiederanlegen: Wer Mietüberschüsse nicht verbraucht, sondern in die Tilgung oder in weitere Objekte steckt, erzeugt denselben Effekt auf der Vermögensseite.

Der Vergleich zum Sparbuch ist deshalb schief: Immobilien liefern Miete, Tilgungsgewinn und mögliche Wertentwicklung gleichzeitig - dafür mit Klumpenrisiko und ohne Verfügbarkeit über Nacht.

Was bremst den Zinseszins?

Drei Dinge: Kosten, Steuern und Unterbrechungen. Ein Prozentpunkt laufende Kosten wirkt über 25 Jahre wie ein Prozentpunkt weniger Rendite und kann leicht 40.000 Euro Endvermögen kosten.

Bei Kapitalerträgen greift die Abgeltungssteuer, sobald Gewinne realisiert werden. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro und ein thesaurierender Ansatz mildern das, verhindern es aber nicht.

Am teuersten ist der Abbruch: Wer den Sparplan in einer schwachen Marktphase aussetzt oder auflöst, nimmt sich genau die Jahre, in denen der Effekt am stärksten gewesen wäre.

Häufige Fragen zu Zinseszins

Was ist der Zinseszinseffekt einfach erklärt?

Erträge bleiben im Vermögen und werfen selbst wieder Erträge ab. Dadurch wächst das Kapital exponentiell statt gleichmäßig.

Wie berechnet man den Zinseszins?

Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz)^Jahre. Bei 10.000 Euro und 6 Prozent sind das nach 20 Jahren 32.071 Euro.

Was besagt die 72er-Regel?

72 geteilt durch den Zinssatz ergibt ungefähr die Zahl der Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 Prozent also rund 12 Jahre.

Wie viel bringen 300 Euro im Monat über 25 Jahre?

Bei 6 Prozent Rendite rund 208.000 Euro. Eingezahlt hast du davon 90.000 Euro, der Rest ist Zinseszins.

Gilt der Zinseszins auch bei Immobilien?

Sinngemäß ja: Jeder getilgte Euro senkt die Zinslast, wodurch beim nächsten Mal mehr getilgt wird. Die Rückzahlung beschleunigt sich über die Laufzeit.

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