Die Core-Satellite-Strategie teilt ein Portfolio in zwei Rollen: Ein breit gestreuter Kern von meist 70 bis 80 Prozent trägt die Grundrendite, die restlichen 20 bis 30 Prozent gehen als Satelliten in gezielte Einzelideen. So bleibt das Depot stabil, ohne auf Renditechancen zu verzichten.
Wie funktioniert die Core-Satellite-Strategie?
Der Kern übernimmt die Arbeit: breit gestreut, günstig, langfristig gehalten. Klassisch sind weltweit anlegende Indexfonds, die Tausende Unternehmen abbilden. Dieser Teil wird nicht umgeschichtet, wenn eine Branche gerade in Mode ist.
Die Satelliten sind die bewusste Abweichung davon: einzelne Regionen, Branchen, Themen oder Einzelwerte, denen du mehr zutraust als dem Markt. Sie dürfen schwanken, weil sie nur einen kleinen Teil des Depots ausmachen.
Der Ansatz stammt aus dem institutionellen Portfoliomanagement der 1970er Jahre. Pensionskassen kombinierten damit passive Basisanlagen mit aktiven Wetten. Für Privatanleger wurde er erst durch günstige ETFs praktikabel.
Wie ist die Aufteilung zwischen Core und Satellite?
Verbreitet sind 70 bis 80 Prozent Kern und 20 bis 30 Prozent Satelliten. Wer defensiv unterwegs ist, geht auf 85 bis 90 Prozent Kern; wer mehr Risiko trägt, weitet die Satelliten auf bis zu 40 Prozent aus.
Wichtiger als die exakte Zahl ist, dass du sie vorher festlegst und dann einhältst. Genau darin liegt der Nutzen der Strategie: Sie gibt der Lust auf einzelne Trends einen festen Rahmen, statt sie zu verbieten.
- Defensiv: 85 bis 90 Prozent Kern, 10 bis 15 Prozent Satelliten
- Ausgewogen: 70 bis 80 Prozent Kern, 20 bis 30 Prozent Satelliten
- Chancenorientiert: 60 bis 70 Prozent Kern, bis zu 40 Prozent Satelliten
Warum ist Rebalancing bei Core-Satellite wichtig?
Läuft ein Satellit gut, wächst sein Anteil - und mit ihm das Risiko, das du eigentlich begrenzen wolltest. Aus 20 Prozent Beimischung werden nach einem starken Jahr schnell 35 Prozent. Ohne Gegensteuern verwandelt sich das strukturierte Depot in eine Sammlung von Wetten.
Einmal im Jahr auf die Zielquoten zurückzuführen genügt in der Regel. Beachte dabei, dass jeder Verkauf ein Steuerereignis auslöst: Auf realisierte Gewinne fällt Abgeltungssteuer an. Oft lässt sich das Rebalancing eleganter über neue Sparraten lösen, die in den untergewichteten Teil fließen.
Wie passen Immobilien in eine Core-Satellite-Struktur?
Wer neben dem Depot vermietete Immobilien hält, denkt die Struktur eine Ebene höher: Das Gesamtvermögen verteilt sich dann auf Sachwerte, Kapitalmarkt und Liquidität. Die Immobilie ist wegen ihrer Größe kein Satellit, sondern ein eigener Kernbaustein mit anderem Risikoprofil und anderer Steuerlogik.
Das ist der eigentliche Wert des Modells: Es zwingt dich, jeder Position eine Rolle zu geben. Ein Depot ohne diese Rollenverteilung wächst meist zufällig - je nachdem, was gerade empfohlen wurde.
