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Finanzierung

Sondertilgung

Die Sondertilgung ist eine Zahlung, die du zusätzlich zur normalen Rate auf dein Darlehen leistest. Banken räumen dafür meist ein Recht von bis zu 5 Prozent der Darlehenssumme pro Jahr ein, kostenlos. Sie verkürzt die Laufzeit und spart Zinsen, weil sie direkt die Restschuld senkt.

Wie viel Sondertilgung ist üblich?

Verbreitet sind 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr, kostenlos und ohne Angabe von Gründen. Manche Banken bieten bis zu 10 Prozent an, teils gegen einen kleinen Zinsaufschlag.

Entscheidend ist, dass das Recht im Vertrag steht. Ohne diese Vereinbarung darf die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn du außerplanmäßig zurückzahlst - sie soll ihren entgangenen Zinsgewinn ausgleichen.

Ein vereinbartes Sondertilgungsrecht kostet in der Regel nichts oder nur wenige Basispunkte Zinsaufschlag. Selbst wenn du es nie nutzt, ist es eine günstige Option auf Flexibilität.

Wie viel bringt eine Sondertilgung?

Sie wirkt doppelt: Der eingezahlte Betrag verschwindet aus der Restschuld, und auf diesen Betrag fallen für die gesamte Restlaufzeit keine Zinsen mehr an. Weil die Rate gleich bleibt, verkürzt sich die Laufzeit.

Beispiel: 300.000 Euro, 3,5 Prozent Zins, 2 Prozent Anfangstilgung. Zahlst du zehn Jahre lang jährlich 5.000 Euro zusätzlich, sinkt die Restschuld nach zehn Jahren von rund 229.000 auf etwa 170.000 Euro. Die eingesparten Zinsen liegen im mittleren fünfstelligen Bereich, und die Anschlussfinanzierung startet auf deutlich niedrigerem Niveau.

Je höher der Zinssatz, desto stärker der Effekt. Bei sehr niedrigen Zinsen kann eine Anlage der gleichen Summe rechnerisch besser abschneiden.

Wann lohnt sich eine Sondertilgung bei einer Kapitalanlage?

Hier lohnt der zweite Blick. Zinsen auf ein Darlehen für eine vermietete Immobilie sind Werbungskosten und mindern deine Steuer. Jede Sondertilgung senkt also nicht nur die Zinslast, sondern auch den absetzbaren Betrag - der Nettoeffekt ist kleiner, als die Zinsersparnis vermuten lässt.

Als Reihenfolge bewährt sich: zuerst teure Konsumkredite und Dispo tilgen, dann eine Liquiditätsreserve aufbauen, dann selbstgenutztes Wohneigentum, und erst danach das Darlehen der Kapitalanlage. Wer weitere Objekte kaufen will, hält Eigenkapital ohnehin oft besser bereit als es in eine Sondertilgung zu stecken.

Welche Alternativen gibt es zur Sondertilgung?

Der Tilgungssatzwechsel: Viele Verträge erlauben, die Anfangstilgung ein- bis zweimal während der Zinsbindung anzupassen. Das wirkt dauerhaft statt einmalig und ist bei dauerhaft gestiegenem Einkommen der bessere Hebel.

Außerdem greift unabhängig von allen Vertragsklauseln § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB: Zehn Jahre nach vollständigem Empfang des Darlehens kannst du mit sechs Monaten Frist kündigen und komplett ablösen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Häufige Fragen zu Sondertilgung

Was ist eine Sondertilgung?

Eine Zahlung zusätzlich zur normalen Rate, die direkt die Restschuld senkt. Dadurch verkürzt sich die Laufzeit und du sparst Zinsen.

Wie viel Sondertilgung ist kostenlos möglich?

Meist bis zu 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr, sofern das Recht im Vertrag vereinbart ist. Manche Banken bieten bis zu 10 Prozent.

Was passiert ohne vereinbartes Sondertilgungsrecht?

Die Bank kann eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie gleicht den entgangenen Zinsgewinn aus und macht die Rückzahlung teuer.

Verkürzt die Sondertilgung die Laufzeit oder die Rate?

Standardmäßig die Laufzeit: Die Rate bleibt gleich, das Darlehen ist früher zurückgezahlt. Eine Senkung der Rate ist nur möglich, wenn die Bank zustimmt.

Lohnt sich Sondertilgung bei einer vermieteten Immobilie?

Weniger als bei der selbstgenutzten. Die Zinsen sind dort als Werbungskosten absetzbar, deshalb fällt der Nettovorteil geringer aus als die reine Zinsersparnis.

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