Kurzüberblick
Ein Kind verändert alles, auch beim Thema Absicherung. Eltern fragen sich schnell: Welche Versicherungen sind für mein Kind wirklich notwendig und welche für uns als Familie sinnvoll? In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung für Kinder sowie die wichtigsten Absicherungen für Eltern nach der Geburt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kind geboren, was nun?
- Krankenversicherung für Kinder
- Unfallversicherung für das Kind
- Absicherung der Eltern nach Geburt eines Kindes
- Fazit
- FAQ
Einleitung
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland ca. 680.000 Kinder geboren. Viele Eltern stellen sich dabei schnell die Frage: Wie lege ich am besten Geld für mein Kind an und welche Versicherungen braucht mein Kind jetzt?
Genau vor dieser Entscheidung stand auch ich Ende 2023 und habe mich seitdem intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die gute Nachricht: Die Möglichkeiten sind zwar groß, aber relativ unkompliziert und auch für junge Familien machbar.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Versicherungen für Neugeborene und Kinder sinnvoll und notwendig sind und mit welchen Kosten du kalkulieren kannst. Im zweiten Artikel um die Kindervorsorge zeige ich dir, wie du optimal für dein Kind sparen und Geld anlegen kannst.
Kind geboren, was nun?
Ich möchte das Thema in zwei Bereiche gliedern: Zum einen Versicherungen, die direkt das Kind betreffen und vor allem das Kind direkt versichern.
Zum anderen beleuchte ich Absicherungen, welche die Eltern betreffen und die Hinterbliebenen im Fall der Fälle absichern.
Krankenversicherung für Kinder
Eltern müssen sicherstellen, dass ihr Kind direkt ab Geburt krankenversichert ist:
- Entweder in der gesetzlichen Krankenversicherung oder in der privaten Krankenversicherung.
- Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, diese ist kostenlos, wenn die Eltern ebenfalls gesetzlich versichert sind.
- Eine private Krankenversicherung ist möglich, wenn mindestens ein Elternteil privat versichert ist. Die Kosten sind individuell und hängen vom Tarif ab. Je nach Versicherungssituation der Eltern gibt es hier verschiedene Gestaltungen.
Zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung haben die Eltern natürlich die Möglichkeit, dem Versicherungsschutz ein „Upgrade“ zu verpassen. Tarife wie Krankenhauszusatztarife oder auch Zahnzusatzversicherungen für Kinder werden hier gerne gewählt. Diese sind allerdings ein Zusatz zum grundsätzlichen Versicherungsschutz.
Privat-Haftpflichtversicherung bei Kindern
Wichtig: Kinder brauchen in der Regel bis zum Abschluss der ersten Ausbildung oder bis zum 27. Lebensjahr keine eigene Privathaftpflichtversicherung. Die Eltern sollten jedoch prüfen, ob ihr bestehender Tarif auf einen Familientarif (mit Kindern) umgestellt werden kann. Wichtig ist außerdem, dass das Risiko „deliktunfähige Kinder“ abgesichert ist. Dieses schützt vor Schäden, die das Kind (unter 7) verursacht, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und ist nicht automatisch in jedem Tarif enthalten.
Die Kosten eines solchen Tarifes unterscheiden sich natürlich je nach Leistung und Anbieter der Versicherung. Insgesamt kostet eine gute bis sehr gute Haftpflichtversicherung für eine Familie nicht mehr als 50–80 €. Abweichungen mit Zusatzleistungen sind natürlich möglich.
Unfallversicherung für das Kind
Kinder haben ein erhöhtes Unfallrisiko beim Spielen oder Toben. Eine Unfallversicherung schützt vor bleibenden Schäden durch Unfälle. Bleibende Schäden sind meist weniger als eine Lähmung oder ähnlich. Auch kleinere Einschränkungen können je nach Anbieter versichert werden.
Definition eines Unfalls in der Unfallversicherung: Die PAUKE-Regel
Ein Unfall ist danach ein Plötzliches, von Außen wirkendes, Unfreiwilliges Körpereignis. Wichtig ist, dass eine dauerhafte Invalidität (in Prozent gemessen) besteht zwischen 0 und 100.
Unfallversicherungen kommen oft unkompliziert zum Abschluss und sind meist mit wenigen Gesundheitsfragen oder sogar ohne Gesundheitsprüfung auskommend.
Der Beitrag bei Kindern liegt bei 5–10 € monatlich, je nach Leistungsumfang und Zusätzen.
Besonders interessant: Es gibt diese Tarife auch mit einem ETF-Sparanteil, sodass im Falle dessen, dass die Versicherung nicht in Anspruch genommen wird, eine steuerfreie Leistung aus der Versicherung bei Ablauf entsteht.
Absicherung der Eltern bei Geburt eines Kindes
Eltern sollten nicht nur das Kind oder die Kinder absichern, sondern auch über eine Hinterbliebenenabsicherung Gedanken machen. Vermutlich ist das Leben abhängig von einem oder von beiden Einkommen. Das bedeutet: Bei Krankheit oder bei langfristiger Berufsunfähigkeit muss es eine gute Absicherung geben.
- Bei Krankheit ab 6 Wochen gibt es die Möglichkeit, für 10–20 € ein Krankentagegeld abzuschließen.
- Die volle Variante zur Sicherung der Arbeitskraft umfasst aber natürlich auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Grundfähigkeitsversicherung.
- Zudem sollte sich – vor allem beim Wohnen im Eigenheim – auch über einen möglichen Todesfall Gedanken gemacht werden. Hier hilft eine Risikolebensversicherung, welche im Falle eines Todesfalls das andere Elternteil finanziell auszahlt und so die Ausbildung des Kindes oder das Abbezahlen des Hauses bspw. absichert.
Natürlich gibt es noch viele weitere Versicherungen, aber hier geht es um das Essentielle.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die wichtigsten Versicherungen für Kinder sind überschaubar und bezahlbar. Schon mit rund 50 € monatlich lässt sich viel erreichen – sei es für die Absicherung oder den finanziellen Start ins Erwachsenenleben. Wer clever mit dem Kindergeld arbeitet (bzw. arbeiten kann) schützt sein Kind optimal und kann auch seinen Vermögensaufbau (in Teil 2 zu lesen) bestmöglich vorbereiten. Um die besten Konditionen zu bekommen, lohnt es sich oft, einen unabhängigen Ansprechpartner hinzuzuziehen. So stellst du sicher, dass dein Kind von Anfang an optimal abgesichert und für die Zukunft gut aufgestellt ist.




